Was bringt eine Lesbe mit zum zweiten Date oder wann der richtige Zeitpunkt ist

2017 hat mich wirklich abgefuckt. Eigentlich hat 2017 jeden abgefuckt. Trump, die AFD, das schlechte Ergebnis der SPD..

jaja..

Aber es geht weiter und ich weiß nicht warum, aber ich fühle es: 2018 wird grandios. 🎉

Tatsächlich hat sich mein Referendariat als toll herausgestellt. Das heißt natürlich viel Arbeiten und Lernen, aber auch viel Freude und Spaß. Zivilrecht gefällt mir doch. 👩🏼‍⚖️

Nun hat meine juristische Ausbildung keinen so großen Mehrwert für euch, aber vielleicht kann ich mit etwas anderem wieder mehr Homophilie in eure Leben bringen: 👩‍❤️‍👩

Denn ich möchte euch gerne an etwas teilhaben lassen, das für jede von uns etwas Besonderes ist, das jede mal mehr oder weniger tut, das ein absolutes Lesbenklischee ist und das – wenn man es mit viel Geschmack und Liebe tut – auch etwas länger dauern kann..

Was bringt eine Lesbe mit zum zweiten Date?

Den Umzugswagen.. 🤦🏼‍♀️

Richtig: Den Wunsch entwickeln, zusammenzuziehen, eine Wohnung suchen, finden und geschmackvoll und gemütlich einrichten. Ich persönlich hasse shoppen, bis es um Interieur geht. Früher habe ich in den Ferien „Unsere erste gemeinsame Wohnung“ gesehen, dabei zwar häufig bezüglich der Einrichtung mit den Augen gerollt, doch immer den Wunsch verspürt, irgendwann auch etwas Eigenes mit meinem Herzensmenschen zu haben.

Ein Nest. Ein Ort an dem ich nackt kochen und in Wollsocken Wein trinken kann.

Leider gab es in diesen Sendungen nie ein lesbisches Paar und häufiger Aufhänger solcher TV Produktionen, aber auch Zeitschriften und Artikeln beim Zusammenziehen ist es, mit IHM zusammenzuziehen. Ich will nicht in diese Kerbe der Gender-Klischees einschlagen, in dem ich Unterschiede zwischen Männern und Frauen betone – können wir nicht einfach Menschen mit verschiedenen Stärken und Schwächen unabhängig unseres Geschlechts sein?

Nichtsdestotrotz, schauen wir doch alle mal „ausnahmsweise“ die Hochzeitssendung, wenn zwei Frauen heiraten, verfolgten Bauer sucht Frau, als Lena eine Freundin suchte, und eure Suggestion Bar bei youtube sieht wahrscheinlich so ähnlich aus wie meine: Ellen Degeneres, Tahnee, Dancing with her, How to adopt a Dog 😍

Bäuerin Lena holt Janine ab..

Lesbian Content für alle 🎉

Es kann doch nicht sein, dass eines unserer größten Klischees nicht von uns ausgefüllt wird, deswegen: Herzlich Willkommen zu meiner kleinen Reihe: Unsere erste gemeinsame Wohnung – Lesbian Edition. Ich lade euch ein, bei meinem ersten Zusammenzug mit meiner Freundin dabei zu sein.

In diesem ersten Artikel möchte ich euch an meinen Gedanken zum richtigen Zeitpunkt  teilhaben lassen. Unabhängig vom richtigen Zeitpunkt ist es natürlich auch wichtig, dass es „die richtige Frau“ ist, denn sich trennen UND erneut auf Wohnungssuche gehen, möchte nun wirklich niemand.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Zusammenziehen?

Das von mir schon oben angeschnittene Klischee, dass lesbische Paare schnell zusammenziehen, habe ich tatsächlich schon häufig beobachten können. Studien belegen immer wieder, dass wir unseren Partner meist erst nach 12 bis 18 Monaten wirklich kennen. Darum trennen sich die meisten Paare auch in dieser Zeit. Sollte meine Freundin wirklich ein perfektes „Match“ sein (das ist witzig, weil wir uns über Tinder kennenlernten), werde ich wohl noch ein paar Jahrzehnte mit ihr zusammenwohnen können. Da kann man sich am Anfang ruhig ein paar Monate Zeit nehmen. Meiner Meinung nach.

Was können notwendige Voraussetzungen sein?

Selbst wenn unsere Auserkorene die perfekte Frau an unserer Seite ist, muss auch das Zusammenleben in einer gemeinsamen Wohnung immer mal wieder besprochen und auch ausgehandelt werden. Das mag alles sehr banal klingen, aber der Alltag ist, was passen muss. Da kann die Verliebtheitsphase noch so wild und romantisch sein, im Alltag werden unsere Partnerschaften entschieden.

Schläft sie auch mit offenem Fenster? Ist es für beide in Ordnung, wenn Freunde zum Kochen und Spieleabend, Bachelor gucken und gediegenem Umtrunk eingeladen werden? Habt ihr dieselben Vorstellungen von Sauberkeit und von der Lage und Aufteilung einer möglichen gemeinsamen Wohnung? Sind eure Finanzen untereinander geklärt?

Selbst wenn die Wohnung großzügig geschnitten sein sollte: Könnt ihr es länger miteinander auf engem Raum aushalten und akzeptiert ihr das Bedürfnis eurer Partnerin nach Ruhe? Bedenkt auch immer die Eigenheiten der Anderen, gibt es da etwas, was euch in den Wahnsinn treibt?

M und ich schlafen beide mit offenem Fenster unter einem Berg von Übergrößen-Bettdecken. Beide kochen wir sehr gerne vegetarisch miteinander und mit Freunden. Und wir freuen uns sehr darauf, gemeinsame Gastgeber für unsere Freunde sein zu können. Die Aufteilung der Kosten haben wir geklärt und auch schon die Erfahrung gemacht, dass über Geld gesprochen werden muss. Soweit stimmt alles überein.

Lage und Aufteilung der Wohnung war – mit einer großen Portion Optimismus – auch ganz schnell klar für uns: Drei Zimmer, Balkon und in Eimsbüttel. Darüber, dass das dritte Zimmer ein gemeinsames Arbeitszimmer mit unseren beiden Schreibtischen wäre, herrschte schnell Einigkeit. Soweit so gut.

Aber was ist mit der Sauberkeit? Ich würde nun tatsächlich von mir behaupten, dass ich ein sauberer Mensch bin. Einmal die Woche Badezimmer putzen, überall Staubwischen, Saugen, Wischen und die üblichen Kleinigkeiten wurden mir über die Jahre von meiner liebsten WG-Mitbewohnerin eingetrichtert. Allerdings bin ich sehr chaotisch. Ich lasse meine Sachen dort liegen, wo ich mich ihrer entledige. Ich trinke nie meine Gläser und Tassen leer. Wenn frau meinen kalten Kaffee wegkippt, bin ich böse, weil ich mich abends immer auf diesen kalten Rest freue. M dagegen ist recht ordentlich, aber mit den staubigen Ecken hat sie es nicht so genau. Regelmäßig bin ich dabei, ihre Socken einzufangen und in den Wäschekorb zu befördern.

Ihr seht also, hier läuft nicht alles ganz rund. Im Gröbsten haben wir uns einfach mit den Macken der Anderen arrangiert. So häufig, wie ich mich nach ihren Socken beuge, so häufig räumt sie meine Gläser weg. Bezüglich des Putzens schadet Pragmatismus nicht. Warum nicht nutzen, was sich in WG’s seit Jahrzehnten bewährt: Ein Putzplan. Vielleicht nicht ganz so streng, aber ein kleiner Überblick über die Haushaltsauslastung schadet nicht.

Der wichtigste Punkt ist natürlich: Könnt ihr es miteinander aushalten? In unserem ersten gemeinsamen Urlaub haben M und ich für 14 Tage in einer 1-Zimmer-Wohnung gelebt. Wir haben stillschweigend nebeneinander unsere Bücher gelesen, zusammen Karten gezockt und M hat die späten Abendstunden für sich alleine genutzt, während ich in den frühen Morgenstunden meine Ruhezeiten für mich hatte – jeweils während die andere schlief.

Seitdem haben wir die Gewissheit, dass wir uns sehr gut miteinander arrangieren können.

Zum endgültigen Beschluss des Zusammenziehens fehlte nur noch der Frust über meine ***** Mitbewohnerin, die Tatsache, dass ich Miete für ein Zimmer zahlte, dass ich dreimal im Monat von innen sah und ich es leid war, andauernd meine Kulturtasche und Höschen mit mir rumzuschleppen.

Ohne … geht es in der Beziehung und einer gemeinsamen Wohnung nicht

Zum Schluss möchte ich noch drei Voraussetzungen für das Zusammenziehen nennen, die frau nicht so einfach abhaken kann: Respekt, Unterstützung und Liebe.

Ich weiß, das klingt alles ganz fürchterlich kitschig. Trotzdem habe ich zwischen Examensstress, meinem Berufsbeginn, Ms Master Thesis, und anderen Tief- und Höhenpunkten immer gespürt, wie viel Kraft einem die Unterstützung einer liebevollen Partnerin gibt. Ebenso gut sollte es sich für euch anfühlen, eurer Freundin in schlechten Stunden eine starke Schulter und gute Köchin zu sein.

 

 

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